Jude, Kommunist, Antifaschist, Kämpfer der Résistance, hielt die letzte öffentliche Rede seines Lebens als 90-jähriger im August 2006 - wenige Wochen vor seinem Tod - in Fulda bei der erfolgreichen Verhinderung einer Nazi-Demonstration.
Es war der 19. August 2006 auf dem Domplatz in Fulda, als Peter Gingold seine letzte öffentliche Rede halten konnte. Der Jude, Kommunist, Antifaschist, Angehöriger der Résistance sprach als 90-jähriger - wenige Wochen vor seinem Tod - bei der erfolgreichen Verhinderung einer Nazi-Demonstration, die Marcel Wöll (NPD Hessen) angemeldet hatte.
Peter Gingold erinnert an die Anfänge des Faschismus während der Weimarer Republik und deren “verhängnisvolles Demokratieverständnis“: es war ein sozialdemokratischer Polizeipräsident in Frankfurt, der damals zuerst das demokratische Recht der SA auf freie Aufmärsche in Frankfurt verteidigte und später in einem KZ der Nazis ermordet wurde.
Gingold erzählt vom Schicksal seiner Familie, die fast vollständig in Auschwitz ermordet wurde und berichtet von der antifaschistischen Solidarität, die ihm überleben und gegen den Faschismus kämpfen half - nicht zuletzt auch als Partisan in Frankreich und Italien.
Er charakterisiert die Besonderheit des deutschen Nazi-Faschismus, auf deren Grundbegriffe (”nationaler Sozialismus“, “Volksgemeinschaft“) der Nazi-Aufruf zum 7. Juli 2007 ausdrücklich Bezug nimmt: keine andere faschistische Bewegung der Welt hat Auschwitz hervorgebracht (auch wenn das, wie vor wenigen Wochen geschehen, vom Anmelder der Nazi-Demonstration am 7. Juli, Marcel Wöll, öffentlich geleugnet wird).
Er bestimmt das Verhältnis der von ihm als nationalistische “Brüllaffen” bezeichneten Stiefelfaschisten zu den Damen und Herren in Nadelstreifen, die zB. erbarmungslos AsylantInnen abschieben.
Scharf geht er mit den PolitikerInnen und JuristInnen ins Gericht, die den Nazis unter dem Deckmantel der Meinungs- und Versammlungsfreiheit ihr mörderisches Handwerk erst ermöglichen.
Er ruft uns leidenschaftlich dazu auf, Nazis aktiv den Weg zu versperren.
„Zuviel an Not und Tod, an KZ-Qualen, an Verwüstung und Vernichtung,
an millionenfachen Mord hat der Faschismus gebracht,
sodass es nichts Wichtigeres geben kann als
Aufstehen gegen jede Erscheinung von Rassismus, Antisemitismus,
Ausländerfeindlichkeit, Neofaschismus, Militarismus.“
Peter Gingold (Bundessprecher der VVN/BdA)
26. September 2000 auf dem Münchner Marienplatz
Videobeitrag von GEW-TV mit Peter Gingold






