50. Jahrestag des Todes von Philipp Müller
[ Spezial]
Feierlichkeiten
zu Ehren der Spanienkriegsveteranen in New York 2002
[ Spezial]
Sonderseite zu den Feierlichkeiten zu Ehren der Spanienkriegsveteranen
in New York 2002
Spaniens Himmel in Manhattan
Eine
ganze Reihe von Veranstaltungen widmete sich in diesem Jahr
in New York den US-amerikanischen Veteranen des spanischen
Bürgerkrieges.
Die New York Historical Society zeigt noch bis 14. Juli die
Gemäldeausstellung "Ralph Fasanella's America",
im völlig überfüllten King Juan Carlos Center
der NYU wurde ein neuer Dokumentarfilm mit dem Titel "Women
in the Spanish Civil War" vorgestellt, der sich eingehend
mit der Rolle der Frauen befaßte, die als amerikanische
Freiwillige vor allem im medizinischen Dienst tätig gewesen
waren, außerdem fand das 66. Treffen der Veteranen der
Abraham-Lincoln-Brigade statt.
Sechshundert Menschen waren gekommen, die achtzehn anwesenden
Veteranen und das Vermächtnis der Gefallenen, Ermordeten
und Verstorbenen zu ehren.
Einer von ihnen war Ulrich Kolbe, der das Buch des Veteranen
der Abraham Lincoln Brigade Harry Fisher ins Deutsche übersetzt
hat; Für die Genossinnen und Genossen der DKP München
hat Ulrich Kolbe einen Bericht verfasst, den wir auf der Sonderseite
zu den Feierlichkeiten in New York veröffentlichen.
11.
Mai 1952 - Friedenskarawane in Essen: Gegen die Remilitarisierung
der BRD
50. Jahrestag des Todes von Philipp Müller
Philipp
Müller, ein Münchner Kommunist und Antimilitarist
wurde auf der Friedenskarawanne in Essen am 11. Mai 1952 von
hinten erschossen.
Er demonstrierte mit 30 000 Jugendlichen friedlich gegen die
Remilitarisierung Adenauers und das Wiedererstehen des deutschen
Militarismus, wenige Jahre nach der Befreiung vom Faschismus.
Auf
einer [Sonderseite]
dokumentieren wir die Aktionen anlässlich seines Todes
vor fünfzig Jahren.
Kämpferischer
1. Mai 2002 in München
Eindrucksvoll
demonstrierten am 1. Mai deutlich mehr Münchner Gewerkschafterinnen
und Gewerkschafter als in den vergangenen Jahren vor allem
für ein Ende der faktischen Nullrunden im Tarifkampf.
"München steht an der Schwelle zum Streik",
titelte die Süddeutsche Zeitung ihren Bericht und stellte
fest: "Der drohende Streik mobilisiert die Gewerkschafter".
Diesmal war also zumindest in München kein Gerede von
dem "veralteten Ritual" 1. Mai möglich, hatten
sich doch bereits am Morgen tausende Menschen mit vielen fantasievollen
Schildern und Transparenten vor dem Arbeitsamt zur Demonstration
versammelt.
Das offizielle Motto "Globalisierung gerecht gestalten"
griff vor allem die DKP auf, die erstmals mit einem eigenen
Block hinter dem - das gewerkschaftliche Motto etwas konkretisierenden
- Transparent "Globalisierung gerecht gestalten - die
Macht der Monopole brechen! DKP" auftrat.
Die Hauptkundgebung auf dem Marienplatz (die SZ sprach von
4000 TeilnehmerInnen) war belastet von einem peinlichen Auftritt
des zum 9. Mal eingeladenen OB Ude, der im Februar das Demonstrationsrecht
anlässlich der sogenannten "Sicherheitskonferenz"
erfolglos hatte aufheben lassen. Er wurde begrüsst durch
ein riesiges Transparent Junger Gewerkschafter "Wir lassen
uns das demonstrieren nicht verbieten! ... Herr Ude. Weder
zur NATO-Tagung noch am 1. Mai" und durch ohrenbetäubende
Pfeifkonzerte und Buhrufe "Schäm Dich!", so
dass er sein "Grusswort" nach einer kurzen Beschimpfung
der "30 Störer winziger Gruppen" abbrechen
musste.
Besonders aktiv wurde hier die viele TeilnehmerInnen der Gewerkschaftskundgebung
befremdende Präsenz einer Unmasse von Polizisten, die
teils im Kampfanzug nach Kräften zur Verschärfung
der Atmosphäre beitrugen und unfreiwillig-fatal an die
Aussetzung der Demokratie im Februar erinnerten.
Hauptthema der Kundgebung war der Tarifkampf; vor allem die
Gewerkschaft ver.di betonte ihre Solidarität zur IG Metall.
Heinz Putzhammer vom DGB-Bundesvorstand forderte in Unterstützung
des mit Warnstreiks beginnenden Arbeitskampfes, dass die Globalisierung
den Menschen dienen müsse und nicht umgekehrt.
Bei herrlichem Frühlingswetter gab es dann wieder das
traditionelle Familienfest mit vielen Informationsständen
fortschrittlicher und gewerkschaftlicher Organisationen.
Im Vorfeld hatten bereits am 28. April auf einer Veranstaltung
der gewerkschaftlichen Linken etwa 70 Kolleginnen und Kollegen
über den Tarifkampf und Schlussfolgerungen aus dem überwältigenden
Generalstreik in Italien diskutiert. Die Losung der Bewegung
gegen die kapitalistische Globalisierung "Eine andere
Welt ist möglich", so berichtete Leo Mayer vom Parteitag
der Rifondazione Comunista, war auch die Triebkraft des Generalstreiks
in Italien, an dem sich nahezu 20 Millionen Menschen beteiligten.
Erinnerung
an die Penzberger Mordnacht
Am
28. April fuhr auch heuer wieder eine kleine Delegation der
Münchner DKP in Richtung Süden, um die Penzberger
Genossen anlässlich des Gedenkens an die von den Nazis
noch kurz vor Kriegsende ermordeten Antifaschisten zu verstärken.
Auch dieses Mal, wieder vom Genossen Belohlawek organisiert,
unübersehbar der Kranz der DKP neben denen von SPD, CSU
und den Grünen - mit Berichten darüber in der SZ,
dem Penzberger Merkur und dem gelben Blatt (dem größten
Anzeigenblatt des Landkreises, das an alle Haushalte geht).
Im
anschließenden Kulturprogramm hatten SchülerInnen
des Gymnasiums in Zusammenarbeit mit der Musikschule das Thema
des 28.4. aufgegriffen und eindrucksvoll in Szene gesetzt.
Schade nur, dass "Gewalt" hier fast ausschließlich
als rein menschliches Problem dargestellt wurde und gesellschaftliche
Zusammenhänge, Ursachen von staatlicher Gewalt, von Krieg
und Faschismus leider kaum berührt wurden. Von daher
gäbe es, was Aufklärungsarbeit anbetrifft, noch
einiges zu tun.
Gelegenheit
dazu gibt es z.B. am Dienstag, den 4. Juni 2002 um 19.00 Uhr
im Staltacher Hof, Penzberg, wenn die VVN den Film über
das Leben der Augsburger Widerstandskämpferin Anni Pröll
"Anni, ich hab Angst um Dich" zeigt, der mit Unterstützung
der VVN, der IGM und dem Augsburger Stadtjugendring entstanden
ist.
Wer
übrigens nähere Informationen zur Penzberger Mordnacht
will, erhält diese gegen Voreinsendung von 1,53 Euro
in Form von Briefmarken an den KommTreff, Lothringerstr. 6,
81667 München oder unter http://www.mordnacht.de/.
Ostermarschreden
/ Bericht vom Ostermarsch in München 2002
Ostermarsch München 2002
Wenn sie nicht gerade 3000 Randalierer als Grund für
ein Demonstrationsverbot braucht, benutzt die Polizei gern
ein Verkleinerungsglas; es waren nicht 500 oder 600 Teilnehmer
am Ostermarsch, sondern 1600 im Zug und mehr als 2000 auf
dem Marienplatz, die sich trotz verlockenden Ausflugswetters
gegen die "Normalität" von Krieg und Massenmord
stellten.
Auf
dem Orleansplatz sprach als Auftakt ein Vertreter von attac,
der gleich die Verbindung von Wirtschafts(un)ordnung und Gewaltpolitik
herstellte.
Der
folgende Zug sah wieder mal erheblich eindrucksvoller aus
als die Menge der Kundgebungsteilnehmer vermuten ließ.
"Kommunisten raus!", brüllte ein leicht angesäuselter
Herr auf der Isarbrücke - etwas zu spät: Die Kommunisten
waren mit mindestens 60 Leuten schon heraußen und mit
drei Transparenten, (SDAJ und DKP) Fahnen, Umhängeschildern
und UZ-Verkauf deutlich dabei. Dazu kam auf dem Marienplatz
ein gut sichtbarer Infostand neben dem isw-Stand, so daß
auch die früheren Mitglieder sehen konnten: Die DKP ist
voll dabei!
Auch
auf dem Marienplatz war der Tenor der Redner: Diese Globalisierung
der Konzerne und des Finanzkapitals ist die Folie aus Elend,
Ungerechtigkeit und Unterwerfung, auf der Terror und Krieg
entstehen. Neben der US-Regierung mit ihrer weltgefährdenden
Arroganz wurde auch die Bundesrepublik scharf angegriffen.
Während Heinrich Birner von ver.di die "Sicherheitspakete"
des Otto Schily und die Vorfälle während der Natokonferenz
in München, vor allem die Umstellung des DGB-Hauses,
kritisierte, hatte Clemens Ronnefeldt vom Internationalen
Versöhnungsbund die Militärinterventionen der Bundeswehr
auf drei Kontinenten zum Thema.
Dazwischen
boten die "Truderinger Friedensfrauen" Antimilitärsketche
und die Gruppe ASM Hiphop, während Frau Cyrani Spirituals
sang.
Die
Friedensbewegung ist notwendig - und sie ist wieder da!
Münchner
Kommunalwahl: PDS/Offene Liste im Stadtparlament!
Erstmals
seit dem KPD-Verbot 1956 war eine linke Bündniskandidatur
bei der Stadtratswahl in der drittgrössten Stadt Deutschlands,
erfolgreich. Am 3. März konnte die erstmals kandidierende
Offene Liste der PDS , an der sich die DKP personell beteiligte
und für deren Wahl sie warb, 1,41% der Stimmen auf sich
vereinigen und somit einen Sitz im Stadtrat für die Spitzenkandidatin
Brigitte Wolf erkämpfen.
1996 hatte der mittlwerweile glücklich verstorbene "Bund
freier Bürger" weitere 3,3% für Rechts eingefahren.
Beste Ergebnisse der Offenen Liste PDS gab es in den Bezirken
8 (Schwanthalerhöhe), 3,4%; 2 (Ludwigvorstadt/Isarvorstadt)
2.8%; 5 (Au/Haidhausen) 2.5% und 3 (Maxvorstadt) 2.2%.
Herzlichen Glückwunsch an Brigitte und an die gesamte
Liste! Wir hatten von zwei Sitzen geträumt, aber der
erstmalige Einzug ins Stadtparlament ist ein historischer
Erfolg, auch mit einem Sitz. Die nächsten sechs Jahre
wird sicher aktuell bleiben, was Walter Listl am 26. 2. auf
einer Wahlkampfveranstaltung sagte: "Was im Stadtrat
erreicht werden kann, hängt nicht von der Zahl der PDSler
im Parlament ab, sondern vom Niveau der Bewegung außerhalb."
Herzlichen Dank allen Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern,
allen Wählerinnen und Wählern!
Aktionen
gegen den "Sicherheitsgipfel" 2002: DKP war aktiv
dabei!
Die
DKP München war unübersehbar bei den Aktionen gegen
den "Sicherheitsgipfel" in München Anfang Februar
dabei. Das KommTreff war eine wichtige Anlaufstätte und
wurde entsprechend polizeilich gefilzt, tausende Flugblätter
fanden während der Tage im DKP-Schwerpunkt Haidhausen
reißenden Absatz, viele GenossInnen demonstrierten,
Claus Schreer, Walter Listl und andere waren führend
an den Aktionen beteiligt. Noch am Abend des Sonntags 3. Februar,
als Claus Schreer sich noch in Haft befand, gab es für
alle Welt eine Erklärung der Sprecher der DKP München
(siehe eine "early version" im Februar-Rundbrief)
in deutsch und englisch im Internet (http://www.rednet.org/),
News from the World Communist Press, was zu empörten
Schreiben aus vielen Ländern an OB Ude führte.
Herzlichen
Dank allen Genossinnen und Genossen, die geholfen haben, das
Verbot jeder Gegenmeinung zu den Kriegstreibern zu verhindern!
Kein schlechtes Gewissen, sondern gute Absichten für
die Zukunft denjenigen, die sich diesmal nicht getraut haben!
Reportage
Treffen
der Welt-Kriegselite bei der 38. Münchner Konferenz für
Sicherheitspolitik und der verbotene Protest dagegen (in 5
Teilen)
München, 1. bis 3.2.2002
Die Teile enthalten:
Teil 1: Protest auf dem Marienplatz sowie Empfang für
die Konferenzteilnehmer durch den Oberbürgermeister der
Stadt München im Hotel 'Bayerischer Hof' (Freitag 1.2.2002)
Teil 2-4: Protest gegen das Treffen der Welt-Kriegselite
und gegen das Demonstrationsverbot in der Münchner Innenstadt
(Samstag 2.2.2002)
Teil 5: Impressionen am Rande des Treffens der Welt-Kriegselite
und des Protests dagegen (1. bis 3.2.2002)