DKP München
Start
Aktuelles
Termine
Information
Flugblätter
Rückblick
Betriebsaktiv
Kontakt
Shop
Suche


DKP in Südbayern
DKP Allgäu
DKP Augsburg
DKP Freising/Ldsht.
DKP Ingolstadt
DKP München
DKP Penzberg
DKP Südbayern

DKP
DKP PV
Unsere Zeit
Marx. Theorie
K.-Liebknecht Schule


SDAJ
SDAJ München
SDAJ Bayern

SDAJ Augsburg
SDAJ Ingolstadt
SDAJ Nürnberg/Fürth
SDAJ Regensburg
SDAJ Wasserburg





6./7. Februar 2004 in München



Der Artikel von Conrad Schuler zum Thema ist erschienen in der
Wochenzeitung Unsere Zeit - Zeitung der DKP

Werkstatt der globalen Kriegsplanung
Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik - ein Fall
für die Friedensbewegung? - Von Conrad Schuhler


Am 6. und 7. Februar trifft sich die Weltkriegs-Elite erneut in München zur so genannten Nato-Sicherheitskonferenz. Unser Autor Conrad Schuhler, freier Journalist und Autor aus München, fragt, ob dieses Ereignis hinter verschlossenen Türen ein Fall für die Friedensbewegung ist.

Geht es nach dem Veranstalter der Münchner Sicherheitskonferenz, dann ist dieses Ereignis sogar ein zentraler Fall für die Friedensbewegung. Der als persönlicher Veranstalter fungierende Horst Teltschik ist der ehemalige außenpolitische Berater von Bundeskanzler Helmut Kohl, ehemaliges Vorstandsmitglied von BMW und der heutige Präsident von Boeing Deutschland, des größten Luft- und Raumfahrtkonzerns der Welt. Nach eigenen Angaben ist Boeing Weltspitze in integrierten Verteidigungssystemen, Raketen, Satelliten und fortgeschrittenen Informations- und Kommunikationssystemen. Also von genau der Technologie und den logistischen Mitteln, die den USA die überlegene Gefechtsfeldkenntnis und den schnellen Einsatz über weite Räume für ihre globalen militärischen Aktionen ermöglichen. Deren oberster Agent in Deutschland, Horst Teltschik, erklärt nun zum Stellenwert der Münchner Konferenz: "Was das Weltwirtschaftsforum in Davos für die Spitzenvertreter der internationalen Wirtschaft ist, ist die Sicherheitskonferenz in München für die Repräsentanten der strategischen Gemeinschaft."

München als militärisch-strategisches
Äquivalent zum Wirtschaftsforum Davos

Die Funktion und Bedeutung des Davoser Forums ist der Bewegung der Altermondialisten, der Globalisierungskritiker, seit langem klar: Dort geht es, auch wenn es keine Beschlüsse und keine Abschlusserklärung gibt, um die Abstimmung des Vorgehens der Transnationalen Konzerne und ihrer Regierungen und Politiker bei der Ausplünderung des Planeten. Wie die Auseinandersetzungen um Stahlimporte, um Agrargüter, um ein weltweites Investitionsabkommen zeigen, existieren nicht nur zwischen Nord und Süd, sondern auch zwischen Konzernen und reichen Nationalstaaten erhebliche Divergenzen. Der entscheidende Punkt liegt aber darin, dass die Industriestaaten sich ein Regelsystem schaffen, um ihre Widersprüche zu kanalisieren und um bei aller Konkurrenz das gemeinsame Ziel der profitablen Verwertung aller globalen Ressourcen zu realisieren. Davos ist der Mechanismus, um im Vorfeld konkreter Regularien die Probleme zu sortieren, die gemeinsamen Schnittmengen festzustellen und so die Entscheidungen von Morgen und Übermorgen vorzubereiten. Weil die Bewegung für eine andere, eine gerechte Welt dies erkannt hat, macht sie das Weltwirtschaftsforum alljährlich zu einem Forum des weltweiten Protests.

Warum geschieht dies nicht analog durch die Friedensbewegung gegenüber der Sicherheitskonferenz in München, wo man Jahr für Jahr die Probleme der militärischen Absicherung der globalen Ausbeutung erörtert? Übertreibt Horst Teltschik vielleicht, wenn er München in den Rang eines militärisch-strategischen Äquivalents zum Wirtschaftsforums Davos erhebt?

Ein Blick auf die Themen und Teilnehmer der Konferenzen der letzten Jahre beweist, dass der Boeing-Agent Teltschik keineswegs übertreibt. Tatsächlich werden hier Militärstrategien für aktuelle Ziele koordiniert und ihre jeweiligen praktischen Ergebnisse ausgewertet. 1999 und 2000 stand der NATO-Krieg gegen Jugoslawien und der Umgang mit den Resten des zertrümmerten Staates im Vordergrund. Im Jahr darauf konzentrierte sich die Konferenz in den Worten der Veranstalter auf "wichtige Weichenstellungen, so die Osterweiterung der Nato ... und die künftige sicherheitspolitische Rolle der Europäischen Union in der Allianz". 2002 hieß das Motto, nach dem Anschlag vom 11. September 2001: "Internationaler Terrorismus - Die Herausforderung für globale Sicherheit", also nichts anderes als das internationale Absegnen des "Kriegs gegen den Terror". Im Februar 2003 schließlich versuchte die "strategische Gemeinschaft" ihre Differenzen hinsichtlich des bevorstehenden Irak-Krieges zu klären. Daneben gehörten zu den Schwerpunktthemen die zukünftige Entwicklung im Mittleren Osten und am Persischen Golf sowie die "außen- und sicherheitspolitische Rolle der EU in der Vorbeugung und Bewältigung von Krisen". Eben diese Frage, in den Worten Teltschiks: "Wie soll die zukünftige Aufgabenverteilung zwischen den Europäern und den USA aussehen?", soll im Mittelpunkt der in sechs Wochen stattfindenden 40. Sicherheitskonferenz stehen.

An der Auflistung der Themen ist zu erkennen, dass die Konferenz sich jeweils punktgenau der wesentlichen aktuellen Strategiefragen annimmt. Die personelle Besetzung sorgt dafür, dass die ausgetauschten Meinungen und der hergestellte Konsens - oder auch, wie in diesem Jahr, der Dissens über den Irak-Krieg - tatsächlich in Politik umgesetzt wird. Beim letzten Mal gehörten die Minister Rumsfeld und Fischer zu den Hauptdiskutanten. Zur nächsten Konferenz im Februar 2004 werden Bundeskanzler Schröder und andere Schwergewichte der Außen- und Militärpolitik erwartet. Die von der künftigen EU-Verfassung vorgesehene und von den EU-Ministern im Kern schon beschlossene Entwicklung einer eigenen globalen Einsatzgruppe, die unabhängig von der NATO operieren soll, und der Widerspruch der USA, die über die europäischen militärischen Ressourcen nach eigenem Gutdünken im Rahmen der Nato verfügen wollen, wird die kommende Tagung bestimmen.

Europa als Gegenwicht zum hegemonialen
Unilateralismus der USA?

Eine im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg stärker gewordene ideologische Strömung hält dafür, dass die wachsende militärische Macht Europas als Gegenmacht zum bellizistischen US-Hegemon ein Fortschritt für den Frieden sei. Nach dieser Sicht wäre also die Münchner Sicherheitskonferenz an sich kein Fall für die Friedensbewegung, diese müsste vielmehr die europäische Seite gegen die US-Phalanx unterstützen. Ein solches Plädoyer hat Jürgen Habermas zusammen mit sechs weiteren europäischen Philosophen und Publizisten im Mai 2003 in führenden europäischen Zeitungen vorgetragen. Der umfängliche Artikel trug den programmatischen Titel: "Die Wiedergeburt Europas. Plädoyer für eine gemeinsame Außenpolitik - zunächst in Kerneuropa."

Gefordert wird dort die Konfrontation mit den USA. "Europa muss sein Gewicht auf internationaler Ebene und im Rahmen der UN in die Waagschale werfen, um den hegemonialen Unilateralismus der Vereinigten Staaten auszubalancieren." Zur "Gestaltung des Designs einer künftigen Weltordnung" sei Europa geradezu berufen. Es habe "unter Schmerzen lernen müssen, wie Unterschiede kommuniziert, Gegensätze institutionalisiert und Spannungen stabilisiert werden können". Deshalb verstehe Europa, "dass in einer komplexen Weltgesellschaft nicht nur Divisionen zählen, sondern die weiche Macht von Verhandlungsagenden, Beziehungen und ökonomischen Vorteilen".

Das wachsende Gewicht Europas in der Weltpolitik, so Habermas und Kollegen, sei auch deshalb zu wünschen, weil den Europäern auch "die sozialstaatliche Befriedung von Klassengegensätzen" gelungen sei, sie hätten "Maßstäbe sozialer Gerechtigkeit" gesetzt, hinter die "auch eine künftige Politik der Zähmung des Kapitalismus in entgrenzten Räumen nicht zurückfallen" dürfe. In Europa habe sich "im Kontext von Arbeiterbewegungen und christlich-sozialen Überlieferungen ein solidaristisches, auf gleichmäßige Versorgung abzielendes Ethos des Kampfes für mehr soziale Gerechtigkeit gegen ein individualistisches Ethos der Leistungsgerechtigkeit durchgesetzt, das krasse soziale Ungleichheiten in Kauf nimmt". Erhöht Europa sein militärisch-strategisches Gewicht in der Welt, so die Logik dieser philosophischen Hebammen einer Wiedergeburt Europas, dann bekommt dies dem Frieden und der globalen sozialen Gerechtigkeit.

Neoliberale Skrupellosigkeit nach innen und außen

Von welch monströser Unwahrheit diese Behauptungen sind, erschließt sich jedem, der die derzeitige Demontage des Sozialstaates in Deutschland wie in den übrigen Ländern Europas zur Kenntnis nimmt. Zur angeblichen "sozialstaatlichen Befriedung von Klassengegensätzen" in unserem Land sei mir hier nur der Hinweis gestattet, dass die Arbeitnehmer in den letzten elf Jahren einen realen Einkommensverlust von 4,4 Prozent zu verzeichnen hatten, während die Unternehmergewinne real um 40 Prozent gestiegen sind und heute 50 Prozent der über 4 Millionen Arbeitslosen und jeder Zwölfte der Erwerbstätigenhaushalte von der Sozialstatistik als arm ausgewiesen wird.

Wie total auch die SPD die Ideologie des Neoliberalismus übernommen hat, zeigt sich beispielhaft in den Worten von Peter Glotz, früherer Bundesgeschäftsführer der SPD und von dieser als ihr Mann in den Europäischen Konvent geschickt. Dieser begrüßt die Agenda 2010 der Bundesregierung folgendermaßen: "Die Wissensgesellschaft erweist sich als eine Gesellschaft des bewussten Ausschlusses vieler aus der modernen Arbeitswelt ... Wir werden auf Dauer mit einer neuartig zusammengesetzten Unterklasse leben müssen, die wissensintensive Jobs entweder nicht bekommt oder wegen der stark verdichteten Arbeit nicht will."

Diese neoliberale Skrupellosigkeit kennzeichnet auch die internationale Politik Deutschlands und der EU. Auch hier hat man sich darauf verständigt, auf Dauer mit einer Unterklasse leben zu müssen, diesmal im globalen Maßstab. Dass Deutschland und Europa hier im Gleichklang mit den USA die Ausbeutung des Globus betreiben, ergibt sich schon aus der Struktur des globalen Kapitals. Von den 200 umsatzstärksten Konzernen der Welt entfallen 82 auf die USA, 41 auf Japan und 65 auf die EU, davon 20 allein auf Deutschland. Über 50 Prozent ihrer Umsätze und Profite realisieren diese Konzerne außerhalb ihrer Heimatländer. Indem die USA die internationale militärische Kontrolle über Ressourcen, Transportwege und Märkte übernehmen, erweisen sie sich als politisch-militärischer Dienstleister des globalen Kapitals insgesamt.

Als wie enge Partner sich EU und USA sich bei der Aufbereitung der Armen Welt für ihre Profitzwecke verstehen, erwies sich zuletzt bei der WTO-Konferenz vor wenigen Wochen in Cancun. Trotz ihrer ernsten Divergenzen in Sachen Stahl und Agrargüter hatten EU und USA einen gemeinsamen Entwurf für ein globales Abkommen zu Investitionen und Wettbewerb vorgelegt, das die Armen Länder dem Profitwüten der Transnationalen Konzerne noch weiter ausgesetzt hätte. Die wichtigsten Länder der Armen Welt haben diesen Entwurf abgelehnt, was die USA und die EU zu der gleichlautenden Reaktion brachte, dann müsse man eben mit den einzelnen Ländern bilaterale Abkommen aushandeln, die dann allerdings schlechter für diese Länder ausfallen würden.

Der europäische Faktor in der Weltpolitik schlägt nicht auf der Seite sozialer Gerechtigkeit zu Buche, er ist vielmehr ein aktives Moment der globalen Ausbeutung. Und logischerweise sind deshalb die erhöhten militärischen Anstrengungen Europas keineswegs ein Beitrag zu mehr Frieden, zur Achtung des Völkerrechts und nationaler Selbstbestimmung, sondern der Versuch, durch ein höheres militärisches Eigengewicht den politischen Spielraum gegenüber den USA bei der gemeinsamen Ausplünderung und Kontrolle des Planeten zu erhöhen. Im Entwurf für eine neue EU-Militärstrategie, den Javier Solana im Auftrag der EU-Regierungschefs vorgelegt hat, ist die Rede von der Aufstockung der Verteidigungsmittel zum Aufbau von flexibleren mobilen Einsatzkräften, um "eine Weltordnung zu schaffen, die sich auf einen wirksamen Multilateralismus stützt" und mit den "neuen Bedrohungen" fertig wird. Diese neuen Bedrohungen und die Art, wie man mit ihnen fertig werden will, entsprechen haargenau den Prinzipien der Nationalen Sicherheitsstrategie der USA.

In dem Solana-Papier werden wie in den US-Richtlinien drei Hauptgefahren genannt: "Bei einer Summierung dieser verschiedenen Elemente - extrem gewaltbereite Terroristen, Verfügbarkeit von Massenvernichtungswaffen und Scheitern staatlicher Systeme - ist es durchaus vorstellbar, dass Europa einer sehr ernsten Bedrohung ausgesetzt sein könnte." Und wie die USA wollen die Europäer diese Bedrohung nach Bedarf und in eigener Entscheidung mit "pre-emptive strikes" in jeden Winkel der Erde, also vorbeugend, ausschalten: "Bei den neuen Bedrohungen wird die erste Verteidigungslinie oftmals im Ausland liegen. Die neuen Bedrohungen sind dynamischer Art. Wenn sie nicht beachtet werden, erhöht sich die Gefahr ... Daher müssen wir bereit sein, vor dem Ausbrechen der Krise zu handeln."

Dass die militärisch gekräftigte EU Seit´ an Seit´ mit den USA marschieren will, daran will auch die Schlusswertung des EU-Papiers keinen Zweifel aufkommen lassen: "Gemeinsam handelnd, (heißt es da) können die Europäische Union und die Vereinigten Staaten eine eindrucksvolle Kraft sein, die sich für das Gute in der Welt einsetzt." Der Unterschied zwischen den EU-Regierungschefs und dem Präsidenten der USA besteht nur noch darin, dass dieser, wo jene "das Gute in der Welt" realisieren wollen, gleich Gottes Willen reklamiert. Bei Bush heißt die entsprechende Stelle: "Freiheit ist nicht Amerikas Geschenk an die Welt. Freiheit ist Gottes Geschenk an die Welt. Freiheit ist Gottes Geschenk an jedes menschliche Wesen auf der Welt. Amerika steht großen Herausforderungen gegenüber; Herausforderungen zu Hause und im Ausland ... Gott hat uns aufgerufen, unser Land zu verteidigen und die Welt zum Frieden zu führen."

Militärische Stärkung der EU stockt globales Kriegspotenzial auf

Ob nun Gott oder das Gute in der Welt - EU und USA wollen es mit den gleichen Mitteln und den selben Zielen erreichen, mit schnellen Eingreiftruppen, mit Erstschlägen, mit Angriffskriegen, mit militärischer Einschüchterung und Erpressung. Die militärische Stärkung der EU bedeutet kein Gegengewicht zu den USA, sie stockt vielmehr das globale Kriegspotential auf, sie verschärft die Gefahr und die Intensität weltweiter Kriege.

Bei der Münchner Sicherheitskonferenz geht es darum, die größer und in der Koordination zwischen den USA und Europa komplizierter gewordene Kriegsmaschine wieder zu fokussieren. München 2004 ist in diesem Sinn nicht bloß irgendein Fall, es ist der Ernstfall für die Friedensbewegung in dieser neuen Phase der Weltpolitik. Man werde sich, sagt Veranstalter Teltschik, mit der Weiterentwicklung der transatlantischen Beziehungen beschäftigen. Und natürlich läge es nahe, fügt er hinzu, das Thema Naher und Mittlerer Osten aufzugreifen.

Breiter Protest der Friedensbewegung
trotz Diffamierung und Repression

Eben dies sind unsere, der Friedensbewegung Themen: Wird die EU, die auf 25 Länder anwachsen und sich eine eigene Verfassung geben wird, auf Aufrüstung, auf Partnerschaft mit den USA im globalen "Krieg gegen den Terror" programmiert oder erheben wir unsere Stimme für ein anderes, ein friedliches Europa, und tun wir dies am Ort, wo die Planer der globalen Militarisierung zusammen kommen, am 6. und 7. Februar 2004 in München?

Tritt die nationale und internationale Friedensbewegung in München an, trifft sie auf eine regionale Friedensbewegung, die sich seit 40 Jahren, seit es diese Konferenz zunächst als Wehrkundetagung und nun als so genannte Sicherheitskonferenz gibt, gegen diese Werkstatt der globalen Kriegsplanung erhoben hat. Bei der Konferenz im letzten Jahr gab es ein dreitätgiges Versammlungsverbot im gesamten Münchner Stadtgebiet. Dennoch kam es zu einer Demonstration von über 10 000 Menschen gegen die Kriegskonferenz. Claus Schreer, der als Mit-Organisator der Aktionen festgenommen und wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz angeklagt wurde, musste freigesprochen werden. Der damalige Münchner Kriminaldirektor musste vor Gericht bekennen: "Ich glaube, wenn Claus Schreer das nicht gemacht hätte, wären die Leute trotzdem gekommen."

2003, als es um die Vorbereitung des Irak-Kriegs ging, wurde eine Veranstaltung unseres Instituts, des ISW, zu den wirtschaftlichen Folgen der neoliberalen Globalisierung vom SPD-Oberbürgermeister in den Räumen einer mit städtischen Mitteln unterstützten Einrichtung verboten. Begründung: Es bestehe der Verdacht, wir würden dort Gewalttaten vorbereiten. Wir zogen um in das Gewerkschaftshaus, wo der frühere FDP-Minister Burkhard Hirsch zur Gefahr für die Demokratie durch die neuen "Antiterror-Gesetze" referierte. Die 300 Teilnehmer unterstützten einstimmig eine Resolution gegen die "rot-grüne"-Stadtverwaltung und die Sicherheitskonferenz. Trotz aller Diffamierung und polizeilicher Einschüchterung demonstrierten schließlich 30 000 Menschen gegen Irak-Krieg und Kriegskonferenz.

Das will sagen: Mit Unterstützung vieler Freundinnen und Freunde aus dem In- und Ausland, nicht zuletzt von der Informationsstelle Militarisierung, hat sich in München eine breite Bewegung von Gewerkschaften, kirchlichen Gruppen, Attac und politischen Parteien und Gruppen gegen die Kriegskonferenz herausgebildet. Auf der Gegenseite haben wir es mit dem Aufmarsch der wichtigsten globalen Kriegskräfte zu tun. Die Friedensbewegung sollte ihre Antwort auch auf ihre breiten, internationalen Schultern stellen.


AUFRUF ZU PROTESTEN gegen die sog. NATO-"Sicherheits-"Konferenz
am 6./7. Februar 2004 in München:

"Bei der so genannten "Münchner Sicherheitskonferenz" geht es nicht um internationale Sicherheit. Es geht um Absprachen und Koordination weltweiter Strategien zur militärischen Absicherung ökonomischer Herrschaftsansprüche.

Die letzte Tagung diente auch der Vorbereitung des verbrecherischen Angriffskrieges gegen den Irak. Über 30.000 Menschen haben im Februar 2003 auf Münchens Straßen und in Friedenskonferenzen gegen die NATO-Kriegstagung und den Irakkrieg protestiert. Weltweit kam es zu den bisher größten Antikriegsprotesten, allein am 15. Februar mit mehr als zehn Millionen Menschen.

Wir sind Teil der weltweiten Widerstandsbewegung, die sich über Seattle, Genua, Prag, Davos, München und Barcelona sowie über die internationalen Sozialforen in Porto Alegre und Florenz entwickelt hat.

Gemeinsam - Friedens- und Antikriegsbewegung, Gewerkschaften und soziale Bewegungen, die Bewegung gegen die kapitalistische Globalisierung und die internationale Solidaritätsbewegung - kämpfen wir gegen soziale Demontage, Aufrüstung und Krieg.

Wir sind ein breites Bündnis unterschiedlicher Gruppen mit verschiedenen Vorstellungen von Protest und Widerstand. Wir kritisieren aus unterschiedlichen Positionen weltweite Ungerechtigkeit und staatliche Kriegspolitik. Diese Vielfalt ist unsere Stärke. Wir lassen uns nicht spalten. Wir erklären den Kriegsstrategen: Ihr seid hier und anderswo unerwünscht.

Wir rufen auf zu Protesten gegen das Treffen der Weltkriegselite.

Die NATO-Sicherheitskonferenz darf nicht stattfinden. Wir werden protestieren - gemeinsam, entschlossen und kreativ. Wir lassen uns das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit nicht nehmen oder durch Verbote einschränken.

* Stoppt die weltweiten Kriege der NATO-Staaten!
* Für ein soziales Europa
* Keine EU-Militärmacht
* Gegen die deutsche Kriegspolitik und weltweite Bundeswehreinsätze
* Statt sozialer Demontage und Aufrüstung - Umverteilung von oben nach unten
* No justice - no peace
* Internationale Solidarität gegen Ausbeutung und militärische Unterdrückung

Kommt nach München
zu Protesten rund um den Tagungsort Hotel Bayerischer Hof
am Freitag, 6. Februar 2004 ab 1600 Uhr

zur internationalen Großdemonstration
am Samstag, 7. Februar um 1200 Uhr auf dem Marienplatz

Die Kriegsplaner dürfen nicht durchkommen - ¡ No pasaran!

Wir sind auf großzügige Spenden angewiesen. Bitte überweist auf das Konto:
Martin Löwenberg, Kto.-Nr.: 282 64 - 802, BLZ: 700 100 80, Postbank Mchn.

AKTIONSBÜNDNIS GEGEN DIE SO GENANNTE NATO-"SICHERHEITS-"KONFERENZ

ErstunterzeichnerInnen des Aufrufs
(Weitere UnterstützerInnen bitte möglichst bald melden - siehe Abschnitt unten)

Attac München · Attac Campus · Bündnis München gegen Krieg · con action · DKP München · fortsetzung folgt · GEW Stadtverband München · Gruppe Antikapitalistas · LAK Münchner Schülerbündnis · Münchner Bürgerinitiative für Frieden u. Abrüstung - BIFA · PDS München · Plenum des Münchner Friedensbündnisses · RSB - Revolutionär Sozialistischer Bund - IV. Internationale · SDAJ - Sozialistische Deutsche Arbeiterjugend München · ver.di Bezirk München · VVN/BdA - Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes / Bund der Antifaschisten München

Verantwortlich im Sinne des Presserechts: Bernd Michl, Hedwigstraße 3, 80636 München, Eigendruck im Selbstverlag, Gestaltung: Wob

Unterstützungs-Erklärung
Mit unten stehenden Angaben bitte schnellst möglich senden an: Bernd Michl, Hedwigstraße 3, 80636 München, Fax: 089 - 123 54 48

Ich/wir unterstütze/n den Aufruf als Organisation als Einzelperson.
Mein/Unser finanzieller Beitrag: 50 Euro (Organisation) 25 Euro (Einzelperson)
Vorname, Name / Organisationsname, Funktion
Straße / PLZ, Ort / Tel.-Nr., e-mail
Ort, Datum / Unterschrift"



Schlafplätze:

Das Bündnis sucht auch diesmal wieder zahlreiche Schlafplätze für Übernachtungsgäste von auswärts.
Stellt bitte Eure Räumlichkeiten (Wohnung, Zimmer, Büro) zur Verfügung, falls Ihr die Möglichkeit dazu habt!

Angebote per E-Mail: pennplatz@no-nato.de
oder unter das Fax-Nummer: 089-1689415


Proteste gegen die NATO-"Sicherheits"- Konferenz:


Freitag, 6. Februar 2004
Proteste

rund um den Tagungsort der Kriegsstrategen im Hotel "Bayerischer Hof"

um 16.00 Uhr Stadtzentrum

 

Samstag, 7. Februar 2004
Demonstration

zum Tagungsort der NATO "Sicherheits"- Konferenz um 12.00 Uhr, Auftakt: Marienplatz


Wichtige Links:

www.no-nato.de
www.sicherheitskonferenz.info
www.muenchner-friedensbuendnis.de
www.rote-hilfe.de


Stadtplan
Öffentl. Verkehrsmittel (MVG)
Fremdenverkehrsamt München


Presseberichte

indymedia, 19.01.2004
"Sicherheitskonferenz" 2004 - Aktionsbündnis
Mit der Pressekonferenz vom 17. Januar ist das Aktionbündnis gegen die "NATO-Sicherheitskonferenz" in die Offensive gegangen. "Wir wollen den Bayerischen Hof quasi umzingeln", kündigten die SprecherInnen des Bündnisses für Freitagnachmittag, den 6. Februar, an
.

Süddeutsche Zeitung, 17.1.2004:
Ein Empfang für die Minister
Münchens Friedensaktivisten machen mobil: „Die Kriegsplaner dürfen nicht durchkommen!“ Mit diesem Appell wirbt das Aktionsbündnis gegen die Münchner Sicherheitskonferenz um Unterstützung.

Junge Welt, 13.1.04
»Pioniertruppen« den Weg verstellen
»2. Münchner Antikriegskongreß« – Auftakt zur Mobilisierung gegen NATO-Sicherheitskonferenz

Unsere Zeit, Zeitung der DKP
Werkstatt der globalen Kriegsplanung

Münchner Konferenz für Sicherheitspolitik - ein Fall für die Friedensbewegung?






Aktuelle Ausgabe


Unsere Zeit - Zeitung der DKP


Programm der DKP (Deutsch)
Program of the German Communist Party (English)

SDAJ* München




DKP Kreis München
Start | Aktuelles | Termine | Information | Flugblätter | Karikaturen | Rückblick | Betriebsaktiv
Video und Audio | Kontakt | Shop | Suche | Impressum | Haftungsausschluss


Choose language :

Bulgarisch | Chinesisch (Trad.) trad. | Chinesisch (Vereinf.) sim. | Tschechisch | Dänisch | Spanisch | Finnisch | Französisch | Englisch | Griechisch | Hindi | Italienisch | Japanisch | Koreanisch | Koreanisch | Niederländisch | Norwegisch | Polnisch | Portugisisch | Rumänisch | Russisch | Schwedisch