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Arbeitsplan der DKP München 2003/04
DKP München mit neuem Plan und neuem Vorstand
46 stimmberechtigte Mitglieder trafen sich am 22. Februar zur diesjährigen Kreismitgliederversammlung der DKP München.



 1. Antimilitarismus / Frieden

Der Kampf für den Frieden wird eine immer zentralere Aufgabe für uns, da die Imperialisten den Krieg zu ihrer wichtigsten Strategie im Kampf um die Herrschaft über die Welt gemacht haben. Die Bundesregierung hat mit dem Krieg in Jugoslawien und dem Einsatz in Afghanistan deutlich gemacht, dass sie auf der weltpolitischen Bühne wieder mitzumischen gedenkt. So hat auch die Bundeswehr die Präventivschlagstrategie der USA sich zu eigen gemacht. Die Umrüstung der Bundeswehr zu einer Interventionsarmee ist in vollem Gange und verschlingt Milliarden – Geld, das für den sozialen Bereich fehlt bzw. dort abgezogen wird. Immer klarer sind für viele Menschen auch in der BRD die Folgen der imperialistischen Globalisierung zu erkennen. Das müssen wir nutzen, um die Ursachen von Krieg und Elend im Kapitalismus aufzuzeigen. Die Festlegung des 15. Parteitags gilt mehr denn je: „Kritik am Krieg muss zur Kritik am Imperialismus werden“.

 

Wir werden uns einsetzen bei der Mobilisierung gegen den drohenden Irak-Krieg, gegen weltweite Bundeswehreinsätze, gegen EU-Einsatztruppen, gegen die Präventivkriegsstrategie der NATO-Staaten. Wir fordern den Abzug der deutschen Truppen v.a. aus den Balkan-Protektoraten und aus Afghanistan; wir fordern Runter mit der Rüstung statt Ausbau der Bundeswehr. Diese Aufgabenstellung muss von uns konkret in Aktionen und Publikationen umgesetzt werden, bei Demonstrationen, am 1. September usw.    

                       

Um die Arbeit in Friedens- und Antikriegsbündnissen zu verbessern, muss die Mitarbeit von Genossen dort gesichert und möglichst durch zusätzliche Kräfte gestärkt sowie die Koordination und Zielsetzung mit den Genossen im KV besprochen werden. Auch die operative Unterstützung des Bündnisses bei seinen nächsten Aktionen sollte von uns angestrebt werden.

 

Da die Beteiligung von Jugendlichen bei den Aktionen und Veranstaltungen gegen die Sicherheitskonferenz sehr hoch ist, ist die Mitarbeit junger Genossen und aus der SDAJ im Bündnis sowie in Gruppen wie „Jugend für Frieden“ und Attac eine vorrangige Aufgabe für diese.

 

Entscheidend aber wird sein, ob wir die Analyse, dass der Kapitalismus selbst die Ursache für den Krieg ist, auch in den Gewerkschaften verankern und in die Betriebe tragen können. Das muss für uns als Kommunisten die wichtigste Aufgabe sein.

 

2.  Generalangriff auf die sozialen Sicherungssysteme und Deregulierung des Arbeitsmarkts

Die Hartz-Gesetze bedeuten eine Kampfansage an Arbeitslose und Beschäftigte zugleich, was aber den meisten aus beiden Gruppen bisher völlig unklar ist. Es ist wohl der größte und umfassendste Angriff seit Bestehen der Bundesrepublik auf den Sozialstaat, auf den Flächentarifvertrag und damit auf die Gewerkschaften. Die Folge wird eine enorme Ausweitung der Leiharbeit – sowie die Reduzierung der Stammbelegschaften – sein sowie eine weitere Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse. Der Druck auf die Löhne wird sich verstärken. Die Lebensbedingungen der Arbeiter werden sich massiv verschlechtern, wenn es nicht gelingt, die Gesetze wenigstens teilweise aufzuhalten bzw. rückgängig zu machen.

 

Deshalb müssen wir das Thema verstärkt in unsern  Publikationen behandeln, und jeder Genosse ist nach seinen Möglichkeiten gefordert, es im Betrieb aufzugreifen, in Kollegengesprächen, im VK, im BR und auf Betriebsversammlungen, und in den Gewerkschaften die Unterstützung der Gewerkschaftsführung für die Hartz-Gesetze scharf zu kritisieren.

 

Die geplante Gesundheitsreform und die Fortführung der Rentenreform ergänzen diesen Angriff. Das sparpolitische Notstandsregime von Ulla Schmidt kann den Finanzdruck auf die Sozialkassen nicht mindern, da sie grundlegende Reformen im Sinne der Arbeiterklasse scheut. Im Frühjahr will sie zusammen mit der Rürup-Kommission, einem sog. Expertengremi-um, ihr Konzept vorschlagen, was nichts anderes beinhalten wird, dass das Gesundheitswesen kurz und klein geschlagen und den Anteil der Privatisierung bei der Rente weiter gesteigert wird. Die Regierung wird nach den Wahlniederlagen bei den Landtagswahlen de facto eine Große Koalition eingehen, d.h. das Oppositionsprogramm übernehmen.

 

Neben der Arbeit in Betrieb und Gewerkschaft, um den Widerstand gegen die Gesundheitsreform zu formieren, sollten wir versuchen, die Gesundheitsreform auch in einem sozialen Bündnis von Vertretern der Pflegeberufe, Ärzte und Patienten in die Öffentlichkeit zu bringen und damit den Widerstand zu verbreitern. Da eine ganze Reihe von Genossinnen und Genossen in diesem Bereich arbeiten, ist eine eigenständige Aktivität hier möglich und realistisch.

 

Arbeitsminister Clement plant eine Reihe von Deregulierungen im Arbeitsrecht, wobei vor allem die Verschlechterungen des Kündigungsschutzes in der Öffentlichkeit diskutiert werden. Hier können die Gewerkschaften nicht so leicht einknicken, und es ist leichter, die gewerkschaftliche Basis zu mobilisieren. Die Genossen in den Betrieben werden dazu beitragen.

 

Die Bedeutung der Arbeit in den Gewerkschaften kann nicht genug betont werden. Die Formierung linker Positionen in ihnen ist eine zentrale Frage für die Arbeiterklasse. Alle gewerkschaftlich organisierten Genossen sind gefordert, in ihnen eine vorwärtstreibende Rolle in ihnen zu spielen.

 

3. Abbau demokratischer Rechte – Gefährdung der bürgerlichen Demokratie

Die Schilyschen Sicherheitsgesetze gehen sogar über die Notstands-Gesetze hinaus. Eine Auseinandersetzung mit ihnen wäre unbedingt erforderlich, zumal auch die CSU immer wieder als Einpeitscher in diesem Bereich tätig ist (neben dem Thema Innere Sicherheit auch Einsatz der Bundeswehr im Innern, Rassismus usw.). Der verschärfte Abbau demokratischer Rechte, der weitgehend ohne Widerstand vonstatten geht, hat inzwischen eine Dimension erreicht, dass die bürgerliche Demokratie selbst in Gefahr ist.

 

Aber da wir in München auf diesem Bereich nach wie vor über keine Strukturen, nicht einmal über einzelne Aktivisten verfügen, können wir nur in unserer Agitation und Propaganda auf die Situation eingehen.

Der Einsatz bei Anti-Nazi-Aktionen ist natürlich selbstverständlich und wird hier nicht besonders thematisiert.

 

4. Bündnispartner

Die Zusammenarbeit mit der Münchner PDS soll vor allem in der Kommunalpolitik weitergeführt werden, aber auch bei einzelnen Veranstaltungsthemen wollen wir immer wieder prüfen, ob es nicht gemeinsame Aktivitäten gibt. Weiter wollen wir anregen, zum Thema Transrapid aktiv zu werden.

 

Bei einzelnen Gliederungen von SPD und Grünen ist eine Zusammenarbeit im antifaschistischen und antimilitaristischen Bereich möglich gewesen und sollte weiter angestrebt werden.

 

Attac ist in München inzwischen zu einer aktiven Organisation geworden. Die lose Struktur und die ideologische Uneinheitlichkeit lassen aber offen, welchen Weg Attac in Zukunft gehen wird, ob die Bewegung zu einer relevanten sozialen Kraft werden kann. Wir sollten dies nicht bloß abwartend verfolgen, sondern uns bei diesem Prozess durch die Mitarbeit von Genossen einmischen.

 

Das gleiche gilt für die ersten Ansätze eines deutschen Sozialforums. Es ist eine lohnende Aufgabe, hier dauernde Strukturen zu schaffen für Bündnisse gegen den Kahlschlag im sozialen Bereich.

 

5. DKP konsolidieren und stärken

Die Entwicklung der Partei ist im letzten Jahr nicht so gut verlaufen wie im Jahr zuvor. Wir müssen in Zukunft mehr Gewicht auf die Arbeit mit Sympathisanten legen, um wieder neue Mitglieder zu gewinnen, und einen kurzen, griffigen Werbezettel entwickeln, den wir auf Demonstrationen oder Veranstaltungen weitergeben können. Wir wollen Sympathisanten zur Mitfahrt auf das uz-Pressefest gewinnen.

 

Die Unterstützung der SDAJ muss einen größeren Schwerpunkt der Arbeit des KV einnehmen. Wir werben für das Jugendtribunal der SDAJ am 15.3.03.

 

Der uz-Verkauf auf Demonstrationen ist weiterhin regelmäßig abzusichern.

 

Bei der Arbeit in und vor den Betrieben sollten wir uns auf den Kern der Klasse konzentrieren und in diesem Zusammenhang auch die Arbeitsplatzwahl der Genossen diskutieren. Auch bei der Verteilung von „Auf Draht“  wollen wir uns mehr danach richten. Wir müssen dort präsent sein, wo gekämpft wird, sei es in den Tarifrunden oder bei betrieblichen Auseinandersetzungen.

 

Im Stadtteil sind wir weiter durch den „Linksblick“ in Haidhausen vertreten, und das Betriebsaktiv wird die regelmäßige Plakatierung dort weiter übernehmen, damit wir auch optisch präsent sind.

 

Wir werden wie vor jeden Pressefest eine Kommission zur Vorbereitung  einsetzen, um unsern Beitrag auf dem Pressefest zu organisieren.

 

Das Fest der Solidarität soll wieder im Juli stattfinden, also 4 Wochen nach dem Pressefest, obwohl uns bewusst ist, dass dies eine besondere Kraftanstrengung von den Genossen erfordert.

 

Die Bedeutung einer sorgfältigen Kassierung braucht nicht besonders betont werden, wir erwarten dass dies so bleibt. Aber angesichts der chronischen Finanznot der Zentrale fordern wir alle Genossen auf, ihre Mitgliedbeiträge zu überprüfen und nach Möglichkeit zu erhöhen.

 

 Das Ziel, die KVV zu einem Ort lebendiger Diskussion zu machen, wollen wir weiter verfolgen, denn die Qualität der Arbeit wird nur zunehmen, wenn wir gemeinsam mit den aktivsten und engagiertesten Genossen die Schwerpunkte und die inhaltliche Ausrichtung unserer Aufgaben bestimmen.

 

Auf die Schulungsarbeit muss der KV in Zukunft wieder mehr Gewicht legen. Gerade heute ist die Verteidigung des wissenschaftlichen Sozialismus nötiger denn je.

 

Eine Zeit, in der die Parole „Eine andre Welt ist möglich“ massenhaft Verbreitung findet, sollte uns ermutigen, wieder offensiv für die Sozialismus zu werben. Die Verbindung der aktuellen Kämpfe mit der Notwendigkeit einer andern Gesellschaftsordnung, das ist unsere wichtigste Aufgabe!

 



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